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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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Mit solchem Gebrauche der Mythologie war einanderes Ding verbunden, das, wenn man will, dieDichtkunst schön machte und in Regeln brachte,aber auch bald in ihrer ursprünglichen Be-stimmung und Wirkung herabstieß, nämlich siewurde im eigentlichsten Verstände Dichtkunst,Machwerk. Das Geschlecht der Aoiden ward eineZunft, ihre Sangerey Handwerk. Homer,der auch in den kleinsten Zügen, die wir kennen, sounendlich sich an Natur und Wahrheit hielt, machteSängern Raum, die zum Vergnügen des Ohressangen, und je besser jemand das konnte, desto mehrwar er Poet. Nun entstanden Dichtungsar-ten, Provinzen, in die man sich theilte, diemeistens das Ohr des Volkes zum Richter und ihrVergnügen zur Absicht hatten; man leitetealso nicht, sondern folgte. Das Hauptwerk derDichtkunst ward jetzt, wie es auch die Kunstlichterlaut sagen, Erdichtung, Fabcley zum Ergötzen.Der grosse Sophokles! wenn man seine Per-sonen nur mit denen im Homer vergleicht, wie muß-te er umbilden, verändern, sich schmiegen, daß einTheaterstück, daß seine Theaterabsicht er-reicht wurde! Und welches war diese Theaterabsicht?Der Kunstrichter Aristoteles hat gut sagen:dieLeidenschaften zu reinigen:" wie dies in jedemMoment des griechischen Trauerspiels geschab, wirdimmer ein Problem bleiben. Der Philosoph sagteein Gesetz, zog aus den besten Situationen der be-sten Trauerspiele etwa die beste Absicht heraus undgab sie als Wirkung des Trauerspiels an; die ein-zelne Anwendung des Gesetzes ist das schwerste.Auch kann ich mir nicht verstellen, daß Athen, wenn