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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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397
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X. P re i ß sc h r i fte n.

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Bühne hin, wenn er seine Götter aufführt, undfrage, was das für Eindrücke auf's Volk habegeben sollen? Da Dichter die Religion schmiede-ten und vcrschmiedeten, und nirgend etwas gewisseswarso mußten sich nothwendig schöner Aberglaubeund Unglaube ins Volk theilen. Daher findenwir die leichtsinnigen, zum Schönen aller Kunst ge-bildeten, Griechen auf der einen Seite den Ahnun-gen , den Übeln Vorbedeutungen, der Einwirkung derDämonen so sehr ergeben, als auf der andern Seiteihre Philosophen willkührlich an Sittlichkeitund Religion flickten, als ob diese erst ganz vonihrem Geschwatze und System abhienge, und fallssie sich nicht eineersannen, gar keine da se y.Auch ihre erhabensten Hymnen und prächtigsten pin-darischcn Gesänge sinken im mythologischenTheile, und über die Religion ihrer Schaubühnewird noch lange gestritten werden können.

Uebcr die Griechen selbst in ihrem Zeitalterund Weltende sind wir in diescm allen keine Rich-ter; wir aber, jetzt, und wo wir leben, wennwir den leichten Duft der griechischen Mythologiein unser Eis verwandeln, sie aus hohem Geschmacksdes Alterthums auch in ihren r fti g e n Begriffen,in ihrem leichten Sinne und schönen Aberglau-ben nachahmen wollten; was wäre das? Hcsiod,Aeschylus und Aristophanes können so we-nig das Maas unserer Religion und Sitt-lichkeit im epischen Gedichte oder auf der Schau-bühne seyn; als wenig wir jetzt im alten Athen oderJonien leben, als wenig unsere Religion das seynsoll, was die ihrige war.