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Die Dame Mythologie hat viele Ritter ge-funden, die für sie fochten, und wenn für eine My-thologie zu fechten war, so mag's immer grie-chische seyn und keine andre. Aber was heißt My-thologie und was ist sic? Daß Anfangs in ihrenGrundzügen Bedeutung gewesen, daran ist nichtzu zweifeln; auch der ärgste Lügner kann nicht ohneGrund lügen. Aber daß nun schon in den ältestenZeiten, die wir kennen und aus denen wir Gedichtehaben, das meiste bloße Volkssage gewesen; michdünkt, das ist auch schwer zu laugnen. Schon beyHomer ist's eine alte Bemerkung, daß seine Göt-ter unter seinen Menschen stehen. Bey diesen ist erzu Hause; jene sind ihm nur Maschinen, die er zurFortleitung des Gedichts und zum Vergnügen derHörenden einflocht. So braucht Pin dar die Göt-tergeschichte auf seine, so die Tragiker und Komö-dienschreiber auf ihre Weife. Sie war ein zarterLeim, aus dem man machen konnte, was man wollte,weil der Leim dazu da, und von jeher alles darausgemacht war.
Nun laßt sich, auch sehr dichterisch gedacht, ein sol-cher mythologischer Dichtungskram wohl zur Grund-lage einer festen Sittlichkeit und Reli-gion des Volkes rechnen, wie wir die Wortenehmen? Schon Plato verbannte die Dichter ausseiner Republik, und führt die Ursachen an, warumer sie verbannte. Wie mußte sich Plutarch, derfreylich hier mehr den Schulmeister, als den Philo-sophen machte, krümmen, als er die Frage auswarf:,,Wie man die griechischen Dichter lesenmüsse?" — Man stelle sich vor AristopHanes