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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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395
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X, Preißsch riften.

ten sie, zumal die Athenienser, nur in Worten, ga-ben >ich der Kabale, dem Vergnügen und den Ned-nerkunstgriffen Preis. Im peloponesischen Kriege hun-geren sie lieber, als daß sie tägliches Schauspiel ent-behrten; gegen den Philippus ließen sie den De-mosthenes fechten und, überwunden, waren sie, in-sonderheit um Lob, die niedrigsten Schmeichler. Daswaren sie unter den Macedoniern und unter den Rö-mern noch mebr; freywillige Sklaven, wenn ihnennur der Name der Frey heit und das Lob ihrerDichtkunst, Rednerey, und andrer Sieben-sachen blieb. Ihr Charakter, ihr Kriegs- und Na-tionalglück war also auch nur ein Gedicht, d. i.eine schöne Fabel, nach Zeit und Anftritten behan-delt. So sind sie noch (s. Guys literar. Reise nachGriechen!. Th. r. A.). Lieder kränzen die Ketten,die sie tragen: Lieder und ibr altes Lob wiegen sieein auf dem Ruhebette der Armuth und Verachtung.Hatten sie weniger poetische Talente, vielleicht warensie starker, frey, glücklich. Da indessen einige dieserStücke, so kurz gesagt, zu schwer auffallen könnten:so muß ich ein paar Worte ausführlich Hinzuthun.

Die Griechen waren immer Kinder, wie siejener Aegyptier nannte, also immer auf etwas Neuesbegierig, und alles Neue zum Vergnügen, zur Er-götzlichkeit brauchend. Vielleicht hatten die -alten Ge-setzgeber, Dichter und Weise nur zu ihnen als Kin-dern geredet; daß sie aber nun solche blieben« alleszu Ergötzlichkeit und zu Mahrchen machten michdünkt, die Wirkung der Dichtkunst war weder großnoch nützlich.