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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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X. Preiß schr iften.

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Die Wirkung davon zeigt das Bild der Grie-chen in der Geschichte ihrer Werke und Pro-duktionen, ja ihr Charakter bis auf den heu-tigen Tag. Sie waren die erste kultivirte Nation,wie selbst Aegyptier und Phönicicr nicht waren. IhreSprache war so dichterisch, biegsam, klingend,fein und reich, daß man wohl steht, frühe Dichterhaben sie gebildet, und sie konnte wieder neue Dich-ter wecken. Alles, was sie Key den Nachbarn sahen,von den Ausländern lernten, faßten sie rund undganz, als Gedicht, als schöne Weise, undbildeten's selbst, bis aufNamen und Geist der Sache,nach ihrem Charakter, wie zum Klange der Leyer.Die Götter der Aegyptier wurden bey ihnen schönedichterische Wesen, sie warfen überflüssigen Putzund alles schwere Gerath ab und zeigten sich, wieMutter Natur sie geschaffen, nackt, in schöner mensch-lichen Bildung und dazu, wie es dem Gange derDichtkunst und dem Fluge ihrer Saiten geziemte, inmenschlicher, oft zu menschlicher Handlung. DieKunst ficng mit der Dichtkunst an zu wett-eifern; aus zwcen Versen Homers ward Phidias Ju-piter, wie durch .Offenbarung. Der Geschmackihres Lebens konnte dem Gange ihrer Dichtkunstvoll Götter und Helden rucht unähnlich werden; siemachten sich alles leicht, kränzten sich alles mit Blu-men. Unter Musik und Gesänge übten sie sich inKämpfen und Spielen; unter Flötenschalle undwie im Tanze zogen sie zur Scb lacht. Ihre Er-ziehung in den schönsten Zeiten waren Leibesübung,Musik und Dichtkunst: diese standen unter der Auf-sicht der Obern und waren von den Gesetzgebern ihrerStaaten zu Grundfäden ihres Charakters