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X. P r e i ß s c h ri fte n.
fremden Völkern und Sprachen; die jungfräulicheBlüthe ihrer Dichtkunst war weg, und wann ist sieje einem Volke, einem Menschenleben zum zwepten-male wieder geworden ? Es war verlebte Jugend, einsüßer Traum verstrichener blühender Jahre.
Zwar regte sich der Geist der Dichtkunst nochhie und da im Stillen, und je reiner, desto wirk-samer. Auch noch aus dem Bettlersmantel der spa-testen Rabbinen*) sind Flicke großen Sinnes, Pro-phetenstcllen, die man bedauert, daß man sie hierund also findet. Leider! eben durch solche Flicke undProphetenstcllen zogen sie sich zu Titus Zeiten hart-näckig ihren Untergang zu, und wurden ein Ballunter den Völkern der Erde. Entfernt von ihremLande, entfernten sie sich immer mehr von den heili-gen lebendigen Quellen ihrer Dichtkunst, so thcuersie diese auch bewahren, und eben damit das Aeus-sere ihrer Sitten und Gebräuche sich nocheigen erhalten. Wird einst eine Zeit seyn, da derGeist ihrer Propheten sie wieder besuche, ihnen Er-füllung zeige, und sie zum alten Volke des Herrn,ihres Gottes, mache? Jetzt zeigt die Geschichte undder Charakter dieses wunderbaren Volkes selbst inseinem Falle, von welcher Wirkung die heiligeDichtkunst einst auf ihre Vater gewesen, und zumTheile noch auf sie ist.
Und welches war, mit einem Worte, diese Wir-kung ? Sic war göttlich, theur gisch. Was
*) Im Talmud, besonders in den Sprüchen derVäter, im Buch Zohar u, f.