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Da der Zweck seiner Gesänge so hoch über den Zweckder bloßen Mcnschcn-Dichtkunst, als sein Geist überden Geist dieser gieng; so war auch ihr Lohn an-ders. Statt sie auf den Parnassus zu führen, warfman sie in die Grube: das Lied von einem Wein-
berge, der Heerlinge trug statt süßer Trauben-, waroft die Geschichte ihrer Wirkung *). Dieslag aber wohl nicht an denen, die sangen, sondernan denen, die hörten; und noch fand zu jeder Zeitihr Wort, „der Thau, der vom Himmel siel zumachen die Erde fruchtbar und wachsend" seine Stelle.
Groß ist die Wirkung, die die Dichtkunst derEbcaer aus dies Volk und durch sie auf so vielandre Völker gemacht hat. Zu welchem Volkethat sich auch in Gesängen und Liedern sein Gottalso, wie zu diesem der seine? Die Dichtkunst derandern ward bald Fabel, Lüge, Mythologie, oftGräuel und Schande; diese ist und blieb Gottes!die Tochter des Himmels, die Braut seiner Ehreund Rächerin seines Namens. Wenn unter allenVölkern eben Dichter die ersten Gützendiener,Schmeichler des Volkes und der Fürsten, Tandler,und zuletzt Verschlimmerer der Sitten geworden sind,daß ihnen fast nichts mehr heilig bleiben konnte: sowaren hier gerade Dichter die Eifrcr gegen Ab-göttcrey, Selbstruhm, Schmeicheley und weiche Sit-ten: ihre Poesie war Altar des einzigen Gottesder Wahrheit und Tugend. Welche Schilde-rungen! welche Beschreibungen desselben in Hiob,Moses, den Psalmen und Propheten! Man
sey
*) Z-s. 6.