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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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378
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X. Preißschriften.

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Kranz, der die Bildsäule krönte. Welcher Gesetz-geber wollte tiefer auf Sitten seines Volkeswirken, als Moses? Selbst Lykurg ist ihm nichtzu vergleichen; und wenn er nun die Wirkung sei-nes Daseyns in Worte zusammennahm, wardsein Lied.

Auch umliegende Völker mußten so auf diesVolk wirken. Die Geschichte Bileams *) zeigt, wel-che Kraft Moab seinen poetischen Flüchen zugetrauethabe, die sich in Segen über Segen auf Israel wan-deln müssen. Noch jetzt kann man den höchstpoeti-schen Ausdruck dieser Gesichte und Entzückungen **)nicht ohne Ehrfurcht und heiligen Schauer, zugleichaber auch mit wie hochaufwallendcr Brust lesen;wie mag sie Israel gehört, gelernt, gesungen, em-pfunden haben! den Fluch seiner Feinde wand eSsich als Siegeskcanz des Lobgcsanges um seineSchläfe.

So zogs in sein Land: seine Siege wurden inGesängen, die wir nicht mehr haben, dem Volkepreisgegcben ***). Einen derselben haben wir, und erist national, voll Wirkung aufs Volk, aufFreunde und Feinde, auf sieghafte und muffige vStämme, selbst auf die verschiedenen Stände undKlassen des Volkes, als ich sonst keinen kenneDas Lied der Heldin und Dichterin De-

h Mos. 22 bis 2h.

") h Mos. 2Z und sh.

***) Iosua 1.0, i 3 .