374 X. Preißschriften.
ge Muster der Erde. Auch blos in Wirkung ist ih-re Poesie göttlich. Gott ists, der da spricht:vom Geiste Gottes sind ihre Gedichte voll: auf Gottfliesten sie zurück. Ihn darzustellen, zu preisen undzu offenbaren, das erwählte Volk zu seinem Vol-ke, zu einem Volke Gottes zu bilden; das alleinist ihre große reine Absicht.
Ich übergehe die ersten Denkmale von der.Schö-pfung und den ersten Schicksalen des Menschenge-schlechts bis auf die Trennung der Völker. Siesind, obwohl sie dichterische Stellen haben, nicht ei-gentlich Poesie; jene aber müssen sie haben, weil siegerade den Inhalt „Himmel und Erde, Schöpfung„des Menschen und seinen ersten Zustand, die Um-armung der ersten Braut, die erste Sünde, Ee-„fühl und Fluch des ersten Mörders, das große Ge-„richt der Ueberschwcmmung, nebst dem Wicdccge-„fühle der erneuerten Erde be»m ersten lachenden Re,„genbogen" — diese und dergleichen große Dingeenthalten. Die einfachste Erzählung des Allen, je-desmal nach dem ersten ursprünglichen Eindruck mußnatürlich die wundersamste Wirkung machen;sie macht sie noch auf alle Kinder und unbefangeneGemüther: ja sie hat sie auf der ganzen Erde ge-macht, unter allen Völkern, wo je diese Ursagender Welt hindrangen. Ucberall finden wir sie in derältesten Geschichte, Einrichtung und Religion selbstder entlegensten und wildesten Völker , nur meistensverstellt, verändert und oft tief verkleidet, wieder;finden sie immer deutlicher wieder, je alter das Volkist und je mehr es seine ersten Denkmale erhalten,sehen sodann immer deutlicher, wie die ersten Gesetz-geber, Dichter und Weise in Bildung einzelner Völ'