Gutes und Böses im Einzelnen und im Ganzen,Menschen - und Völkerglückseligkeit nennen.
Nichts ist angenehmer und lehrreicher als dieAussicht auf ein solches Feld und eine solche Aus-beute der innersten Menschengeschichte; nichts ist aberauch schwerer, als dies Feld zu ordnen und dieseAusbeute zu Tage zu legen. Soll ich also, da ichvon Poesie schreibe, eine poetische Muse, oder daich von ihrem Einfluß auf die Sitten schreibe,Wahrheit und Geschichte zum Beystanderufen? Mich dünkt, das letzte. Von Poesie alsrin Poet zu reden, bringt nicht weit; bist du der,so rede nicht von ihr, sondern zeige sie selbst, dichte.Auch über Wirkungen und empfangene Einflüsse dermenschlichen Seele allgemein zu sprechen, ohnebesondere Zeugnisse, Proben und Gewährleistung des-sen, was man behauptet, kann nie weit bringen;und am mindesten weit, bey einer so großen undverflochtenen Frage, als hier die Wörter „Poesie,Einfluß, Sitten, alte und neue Zeiten"in sich schliessen müssen. Allgemeine Behauptun-gen *) über ein solches Thema liefet man mit Wi-
*) Ausser dem, was in allen Poetiken zum Beste»der Poesie steht und stehen muß, haben Fra-tz ui er (ll?. I. II. der lVlsnroir. de I'acad. derbelles-Iettreg) Massieu (D. II. derselben IVI4-nioir.) Racine ( D. I'III. ) und andere genugdarüber geschrieben, deren Verzeichnst; man inSchmids Literatur der Poesie (Leipzig 177b.)S. i 5 h — 57 finden und sich selbst vermehrenkann. Das Gröbste, was meines Wissens gegen