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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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X. Preißschri f t e n>

Alle sind wir Menschen, und sollen Humanitätlieben; auch warcns zu allen Zeiten, und in allenStanden Zierden der Menschheit, die sie geliebt undgeübt haben.

3. Es ergiebt sich aber auch hieraus, was ei-gentlich schone Wissenschaften sind, diediesen Namen verdienen; läHnmnioru sinds. Wis-senschaften und Uebungen, die das Ge-fühl der Menschlichkeit in uns bilden.Wodurch dies gebildet wird, das ist schöne Wissen-schaft; wo nicht, da ist sie's nicht, mit welchen Ti-teln sie auch prange.

Man rechnet Sprachen und Poesie, Rhe-torik und Geschichte dazu; es kommt aberimmer darauf an, wie Sprachen und Poesie, Rheto-rik und Geschichte getrieben werden ? sonst können auchsie häßliche, unnütze Wissenschaften bleiben. DerSinn der Menschheit (Lensns Uumanitatis)macht sie zu dem, was sie seyn sollen; alsdann istaber auch die P hi l o so p h i e ihnen nicht fremd oderwidrig, vielmehr müssen sie alle mit einer Art Phi-losophie getrieben, und durch sie zur Humanitätbelebt werden: eine solche Philosophie ist gewiß elo-ctrina IruiNLnitatis. Es ist unläugbar, daß die al-ten Thcoristen, Aristoteles und Qu in tili an,diesen Sinn der Menschheit Key ihrem Unterrichtemehr im Auge hatten, als die meisten neueren Theo-risten. Aristoteles unvollständige Poetik zerglie-dert die griechische Tragödie, und will sogar ihr dieReinigung der Leidenschaften zum Zweck machen: einLehrer der Wissenschaften, der den Homer und So-phokles in dieser Absicht erklärt, hätte eine großeBahn vor sich.« Aristoteles Rhetorik ist eben so