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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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Seite
357
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als dieser jenen aus Rache oft mißverstehet und miß-braucht. Der Mctaphisiker verketzert den Poeten,wie dieser jenen verspottet alles nicht zur Ehreder Wissenschaft oder zum Nutzen des gemeinen We-sens, das aller bedarf und jeden Würdigen in sei-ner Art schätzet und ehret. Die schönen Wissenschaf-ten und der gesunde Verstand sind gleichsam die Ge-meinflur, wo sich alle höhere Kenntnisse zusammen-sinden und erholen; wo jede ihres besonder» Amtsvergißt und sich des allgemeinen Zweckes der Mensch-heit erinnert. Ist dieser Platz von Jugend auf vonallen besucht und bestellt worden, so sind sie gleichsamJugendfreunde: sie haben einerley Philosophie desLebens gelernt, und sich zu ihren verschiednen Ge-schäften in Einer Schule bereitet.

Und da öffentliche Anstalten für die Wissen-schaften Versammlungsörter sind, aus denen dieLehrlinge nachher in alle Stande und Aemter gehen,so können diese Gcmeinflurcn, als Vorübungen füralle, nicht sorgsam und, unpactheyisch genug ange-bauct werden. Es ist nicht gut, wenn Schulen blosfür Theologen sind, und alle Vorübungen in ihnen,als ob nur Theologen daher kommen sollen, getriebenwerden; cs wäre aber eben so übel, wenn irgend ei-ne andere Wissenschaft oder Fakultät sich ausschlies-send zum Zwecke machte. Die schönen Wissenschaftenheissen laumaniora: sie dienen der Menschheitund sollen ihr in allen Standen und Formendienen. Sie sind zu etwas mehr da, als ästhetischzu predigen oder anakreontisch zu dichten; auch derStaatsmann soll sich an ihnen nicht nur ergötzen, son-dern durch sie bilden; auch der Philosoph und Meß-künstler soll an ihnen sein gesundes. Gefühl starken.