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von Sachen zu trennen habe; gedankenlose Worte,der schönste leere Ausdruck ist eine verwelkte Blüthe.Wer in den Alten nur Phrases fangt, hat nicht ein-mal Schmetterlinge Mangen; er haschte nach demStaube ihrer Flügel. Wer in den Neuern nur For-meln und Ausdrücke aufjagt, füllet den Kopf seinerLehrlinge vollends mit Spinngewebe. — Aber guteSachen, wohl gesagt, ihnen darstellest, treff-liche Beyspiel e, schön vor gestellt, ihnenentwickeln, wohlgeordnete Bilder undPhantasien in einer schönen Sprache ih-nen ins Gemüth prägen, das bildet und nützet le-benslang. Ein Jüngling, der in diesen Uebungenversäumt, in diesen Wissenschaften verwahrloset ist,wird sie sich mühsam und spat ersetzen; dagegen dassogenannte Höhere sich auf ihren Grund zu rechterZeit selbst bauet.
Nur liege auch den schönen Wissenschaften Wahr-heit zum Grunde! Ein Lehrer, der in den höhernWissenschaften erfahren ist, wird diese bcy jeder sei-ner Vorübungen im Sinn und Hinterhalte haben,wenn er sie auch nicht der Form nach treibet. Dennmuß nicht, vom Buchstabiren und Lesen an, einMensch wissen, was er liest? und wenn er zu denUebungen der Schreibart geht, muß er nicht wissen,was er schreibet? Es wäre die äußerste Schande,leer Stroh zu dreschen, wenn in jeder Literatur dieFelder voll Früchte stehen; und wenn die Frucht inSpeise verwandelt werden soll, o so unterscheide mannur zwischen gesunder und ungesunder Spei-se. Ein an guten und schönen Mustern geübterJüngling, der seine Kräfte fühlt, wird unmöglichSach- und Wortarm bleiben. Mit der Materie
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