X. Preißschriften.
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schönen Wissenschaften den höheren Licht, Leben,sinnliche Wahrheit, Reichthnm; sie gebendies,, sowohl dem Stoff als der Form, sowohlden Gedanken als dem Ausdrucke; ja sie sol-lens dem ganzen Geiste und Charakter, demHerzen und Leben dessen geben, der sie mit rech-ter Art treibet. Ein Mensch, der schön denkt undschlecht handelt, ist ein so mißgebildetes, unvollkom-menes Wesen, als ein cindrer, der richtig denkt, undsich krumm und elend ausdrückl. Einheit istVollkommenheit, sowohl in den Wissenschaften, alsin den Kräften der menschlichen Seele, sowohl imStoff als in der Form, im Gedanken wie im Aus-druck.
Ich könnte noch mehr ins Detail gehen und beyeinzelnen Wissenschaften, schöllen und höhern, zeigen,wie sie sich einander stützen und heben; ich halte esaber dem Zwecke, zu welchem ich schreibe, undienlich.Vielmehr will ich von der Ordnung und Me-thode reden, die nach meiner Meynung und Er-fahrung von Jugend auf am besten zu nehmen seynmöchten, dabey beyderley Kenntnisse sich aufsbeste einander beystehen und helfen.
r. Die schönen Wissenschaften müs-sen den höhern voraus gehen, doch also,daß auch in jenen Wahrheit zum Grun-de liege.
Die Ordnung, wie sich Tages - und Jahreszei-ten, menschliche Lebensalter und die Kräfte unsererSeele entwickeln, zeigt uns diesen Weg. Wie dieMorgenröthe dem Mittage und Frühling dem Som-mer vorgeht, wie mit der Jugend, dem Frühlingsdes Lebens, zuerst die Blüthcn der Seele, SinneHerders W. Lit. u.Kunst. IX. Z Llu-nenlen.