Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
Entstehung
Seite
352
Einzelbild herunterladen
 

352

X. P re i ßfc h ri ft e n.

sicngen nicht nur an, in Gemeinschaft zu leben, son-dern oft war derselbe gute Kopf dort und hier einErfinder. Von Bako bis zu Leibnitz waren alleHelle Denker in der Philosophie auch Freunde desErgötzenden und Schönen: ihr Ausdruck war klarwie ihr Geist; selbst ihre Gedankenspiele wurden oftLeiterinnen zur Wahrheit.

Sollte ich alle große Namen nennen, die dieschönen mit den höheren Wissenschaften oft selbst mitmehr als einer derselben glücklich verbanden, welcheNamcnreihe wäre vor mir! Beynahe scheints einVorzug aller edleren Geister zu seyn, daß sic sichnicht in Eine Kunst oder Wissenschaft einschlossen,sondern die Eine durch die andere belebten und gleich-sam in keiner, die den Geist bildet, ganz stemdewaren. Das Reich der Wissenschaften in allen sei-nen Gebieten ist Ein Reich, wie die menschliche Seelein allen ihren Kräften nur Eine und dieselbe Seeleist. Jene Provinzen liegen einander naher oder ent-fernter; abgerissen und inselhaft ist aber keine undzu allen ist Zugang. In der Geschichte des mensch-lichen Geistes, wie der menschlichen Wissenschaften,hat es die sonderbarsten Eombinationen der Gedan-ken gegeben, und eben durch sie ist aus und in je-der Wissenschaft ein eignes neues Gute erwachsen.Der Dichter und Redner, der Philosoph und Staats-mann betrachtet und behandelt, wenn er Theologietreibt, sie auf a nderc Art; jeder kann mit derseiniqen einen Nutzen schaffen, den der andere nichtschaffen konnte. So in allen andern Feldern der Wis-senschaften : auf allen kann die Blume des Schöneitgedeihen, nach der Gattung, zu der sie gehört unddem Dtte, den sie einnimmt. Allgemein geben die

schönen