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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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X. P r c i ß sc h r ifte n.

Gcist der hohen poetischen Spruche derselben sie niebegeistert Hütte, weil sie, was poetischer Nuturaus-drnck sep, nicht verstunden. Auch die Geschichte unddie Anmuhnungen der Bibel sind voll Bilder undsinnlicher Vorstellungen; niemund kann sie vcrst.henund unwenden, der diese Vorstellungskraft nicht Hutund übet.

Der Prediger soll uns Volk reden; tvie soller zu ihm reden, wenn ers nicht kennet, wenn erweder zu seinem Verstünde, noch zu seinem Herrenden Zugang weiß, weil es ihm selbst an Herz undBildung fehlet? Er soll die Geschichte und Sitten-lehrc einer andern Zeit der seinigen eigen machen:wie kann ers, wenn er weder jene noch diese imrechten Licht siebet, und im rechten Sinne verglei-chet ? Die Jrrlhümer und Fehltritte, die aus dieserUnwissenheit und Ungeübtheit entstehen, waren durchalle Felder der Theologie in dicken Verspielen anzu-führen , wenn es Ort und Zweck erlaubte.

Von der R e c h ts g c l e h r sa m k e i t Huben esandre genug erwiesen, daß cs ihr nicht Schaden, son-dern den größten Vortheil bringe, wenn mit demGefühl der Billigkeit der reine gesunde Verstund undschlanke Sinn der Wahrheit in Sachen und Ausdrucksie belebet. Daß die Geschichte und Staats-klug heit sich mit der feinern Kultur und Huma-nität wohl geselle, wird niemand zweifeln. Was soll-te humaner gedacht und geschrieben seyn, als eineM en sc h e n g esc h i ch t e? Und wo sollte m hrMcnschcnkenntniß und Humanität herrschen, als inder W i s sc n sch aft, die die Menschen re-gieret? In reiferen Jahren werfen vhncdaS diemeisten sogenannten gründlichen Gelehrten und Ge-