X., P r e i ß sc h r i fte n.
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neu zu Vorbereitung einer höherenKenntniß.
Wo nämlich ist der sogenannte schöne Ausdruckso genau und natürlich das Bild und Klcid der Wahr-heit, als bey ihnen, den Griechen und Römern? Werdie Sprache der Natur lernen will, wo lernt er siemehr und angenehmer, als be» Griechenlands erstenDichtern? Wer bürgerliche Weisheit hören will, wohöret er sie angenehmer als in ihrer Beredsamkeitund Geschichte? Homer war der erste Philosoph,und Plato sein Schüler: Tenophon und P 0-lyb, Livius und Tacitus sind gewiß großeMenschen - und Staatskenncr, aus denen in spaternZeiten die größesten Staatsgelehrten ihre Weisheitholten. Demosthenes und Cicero sind Redner,von denen man mehr lernen kann, als den Numerusihrer Perioden; und welcher größere Geist der neu-ern Zeiten wäre es überhaupt, der sich nicht ebenan den Alten zum Reformator seinerHähern Wissenschaft gebildet hätte?
Dem Theologen z. C. ist die Kenntniß undAuslegung der Bibel nöthig: welcher Theolog hatje diese Auslegung vorzüglich und glücklich getrieben,ohne genauere Kenntniß der Alten und oknc Bildungder schönen Wissenschaften? So lange diese lagen,lag auch das gelehrtere Studium der Bibel; mit je-nen lebte cs auf, und fortan gingen beyde beynahein gleichem Schritte. Cin Theil der Bibel ist Poe-sie ; wer ist, der sie glücklich auslegte, ohne Gefühlfürs Schöne und Wahre der Dichtkunst? WelcheSchaareu und Heerden von Ccmmentatvren, die Pro-pheten und Psalmen dogmatisch - und grammatisch-erbärmlich zerrissen und mißdeutet haben, weil der