X. Pr ciß sc h r i ft en.
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hcit, in dem sie, wie die Seele in ihrem Körper, le-bet. Das ist das wahre Recht, was auf jeden Vor-fall einzig und ganz paffet, gleichsam eine lebendigeIntuition desselben. Das ist die schönste Gottesge-lahrhcit, die nur Würde, Wahrheit und Einfaltaus menschliche Herzen wirket. Die höhern Wissen-schaften sind also alle die Frucht einer gesunden Gei-steSorganisation, deren schöne Natur-Blüthe die an-dern, die sogenannten sc h ö nen W i ssensc h af-ten pflegten.
Ich fühle wohl, wie viel ich hiemit gesagt ha-be; und daß mau mich fragen kann, wo cs denndergleichen schone Wissenschaften gebe? Ohne michhiedurch vom Wege schrecken zu lassen, antworte ichbloß, daß, wenn cs schöne Wissenschaften giebt, siesolche seyn, und den Zweck und Nutzen haben soll-ten; ober sie verdienen nicht diesen Namen. Es istkeine schöne, sondern eine häßliche Wissenschaft, diedie Phantasie ausregt und verführet, statt sie zu ord-nen, und recht zu führen, die den Witz mißbraucht,statt ihn zum Kleide der Wahrheit zu gebrauchen,die die Leidenschaften kindisch kitzelt und sic empört,statt sie zu besänftigen und zu guten Zwecken zu lei-ten. Ich bin gewiß, daß die Alten auch in diesemBetracht mehr schöne Wissenschaft, als wir, hatten;sie nämlich, auf ihrer Stelle. Ihre Poesie undBeredsamkeit, ihre Erziehung und Kultur hatte vielmehr Weisheit und Zweck aufs Leben zuwirken in sich, als unsre meiste Lektüre oder unsereschöne Schulphrasen. Also auch von dieser Seite istdie Lesung der Alten, recht gebraucht und wohlge-ordnet, die wahre Wissenschaft des Schö-