344 X- Prei ßsch riften.
Mann, ein würdiger Ehemann und Vater, ein ar-beitsamer Geschäftsmann, ein unermüdeter Diener desgemeinen Wesens, ein untersuchender, gerechter Rich-ter, ein tüchtiger Arzt, ein geschäftiger Weiser, einWabrycitsforscher, und Wohlthater des menschlichenGeschlechts in seinem Kreise werden? Zu alle diesemgehört ernste Bildung, wahre Erziehung, Geschmackan Mühe und Fleiß, ein treues Herz, ein guter Ver-stand, ein redlicher Zweck, und mit festem Willenauch erworbene Kräfte, den Zweck zu erreichen. Istdies alles nicht da, buhlen wir in allem nur um dasFlittergold des Angenehmen , des Leichten, Wohl-gefälligen und Schönen, verachten, was Mühe bringt,was Untersuchung kostet; — Die Götter geben unsnichts ohne Mühe, sie verkaufen alle ihre Gabentheuer, und am theucrsten ihre edelste Gabe, denKranz der Belohnung eines guten Gewissens. DieUeberzeugung, gethan zu haben, was wir thun soll-ten, was keiner für uns thun konnte, wird nichtdurch elogia fremder Zungen und Federn, nicht durchSchminke von außen, nicht durch Geschwätz oderSchönkünsteley erworben; sie ist die Frucht der ern-stesten Anstrengung, die höchste Wissenschaft und Kunstdes Lebens. Alles, was zu dieser nicht führet, istEitelkeit und Dunst, ein schöngefärbter, aber betäu-bender und vielleicht giftiger Nebel. Viele Mängelund Unglückfeligkeiten unsrer Staaten, unsrer Stän-de, Uemtcr und Geschäfte lassen sich auf die unglück-selige Ueppigkeit und Weichheit zurückfühcen, diesich in unsere Erziehungskammern, in Schulen,Kirchen, Pallaste und Hauser eingcschlichen hat,und allenthalben ihre bösen Wirkungen zeiget.