schreibcrs, des witzigen Mathematikers, des herrli-chen Kunstrichkers! Alle diese, alle höhere Wissen-schaften werden verderbt, wo solche Affen Mustersind und Exempel geben. Eine Bibel ist nicht Bi-bel mehr, wenn sie ein ausgcmahltes ästhetischesKunstbuch, eine Glaubenslehre nicht Glaubenslehremehr, wenn sie ein Kram geschminkter Meynungcnseyn soll, und auch eine Philosophie nicht Philoso-phie mehr, wenn sie, statt zu lehren, tändelt undstatt Wahrheit zu erforsche», nach Farben und Flit-tergolde lauft. Was ist eine Geschichte ohne Wahr-heit? Was eine Wissenschaft ohne Gewißheit undstrengen Umriß? Was eine Sittcnlehbe ohne festeGrundsätze der Uebung? Was eine Weisheit vollTandes und schöner Thorheit? Alle Geschäfte werdenvon diesen Buttcrvögeln schöner Wissenschaften be-nascht und verunehrct: sie saugen an ihnen nach Be-quemlichkeit Saft, und was sic Nachlassen, sind Kei-me verheerender Raupen.
Die höchste Wissenschaft ist ohne Zweifel dieKunst zu leben; und wie manchen haben feine schöneWissenschaften um diese einzige, diese göttliche Kunstgebracht! Die Liebe, die glücklich macht, wird seltendurch Romane dem Herzen angebildet; die größtenRomanhelden oder Heldinnen finden in der wahrenWelt selten, was sie suchen, und oft etwas ganz an-deres, als wovon sie träumten. Ihre überspansiteEinbildungskraft ermattet bey wirklichen Gegenstän-den, und kann nicht genießen, was sic hat; erschlaff-te, weiche, üppige Hände können aus der Materiedes Lebens das Kunstbild nicht bereiten, was ausihnen erst bereitet werden soll. Ein immer nur demVergnügen nacheilendcr Jüngling, wie kann er ein