Z42 X. Pre iß sehr, steil.
griffen? Sachen wünschen, da kann man witzeln undschongcistern.
Jede Wissenschaft, in die ein solches Gcmüthtritt, wird dura) seinen ungesunden Anhauch verpestetund durch seine üppige Behandlung entnervt und ver-dorben. Welch ein unwürdiges Geschöpf ist ein ele-ganter Lheolog nach dem neuesten Gewachst? NichtGottes Wort predigt er, sondern schöne Phrasen,hexametrische Ticaoen, eine aus witzigen Schriftenerbettelte Moral. Nicht Gottes Wvrr liest er, erübersetzt in ihm alte Geschichte, Briefe und Lieder indie neueste ästhetische Form; er kommentirt Moses,David und Johannes wie Ariost, Milton rmd LaFontaine. Seine Glaubenslehre ist eine liberale Phi-losophie , seine Pastoralklughcit eine ästhetische Wohl-gefalligkeit gegen alle herrschende Meynungcn und nutz-bare Laster. Einem Menschen, dem Würde in sei-nem Amt, strenger Umriß in dem, was er denkt,will und sucht, fehlet; ihm ist alles Zubehör schönerWissenschaften von aussen her Schminke oder ein zu-ammcngeflickter Narrenmantel.
Ich übergehe Juristen und Aerzte, um mit ei-nigen Zügen den Zärtling vorzustellen, der als einsogenannter schöner Geist in der Philosophie, Geschichteoder gar Mathimatik schönthut. Wenn er uns überalle diese Sachen artige Mode-Worte, Portrate,Bilder, Aehnlichkeiten, witzige Einfälle und Ge-schichlchen giebt: wenn er uns sagt, nicht, waS ge-schehen scy, sondern mahlt, was hatte geschehen sol-len, wenn er unS, was da ist, nicht zeigt, sondernmir Blumen umhüllet, damit es crrathen werde; eydes schonen Philosophen! des poetischen Geschicht-