IX. Der fliegende Wagen !c. 327
Indessen machte sich Hassan, so hieß derTaglöhner, auch zum Vermählungsfcstc bereit. Ausdem Zimmer der Prinzessin hatte er eine Perlen-schnur entwandt, und durch den Verkauf EinerPerle gewann er so viel, daß er sich anschaffcn konn-te, was er zu seiner hochzeitlichen Erscheinung nö-thig glaubte. Er kaufte sich einen grünseidenen Ta-tar, einen Gürtel um die Brust, und Zeuge vonallerlei, Farben, seinen Wagen auszuschmücken, derihm sehr nackt schien. Ucbcr den Sitz wölbte er eineArt von Kuppolc, setzte darauf zwey Laternen mitLichtern; vor allem aber flocht er aus den gestohlncnPerlen sich selbst eine Krone. Majestätisch setzte ersich, als die Stunde nahte, in den Wagen, und rief:„zur Terrasse des Sultans." Der Wagen hob sich,die Lichter brannten, viel falsche Steine schimmertenauf dem Verdeck des Wagens; so schwebte er eineZeitlang über der Terrasse, auf welcher der Sultanmit den Vezieren und allen Großen seines Hofesversammlet stand, ihn zu empfangen. Als sie denschwebenden funkelnden Wagen sahen, siel alles nie-der: „sep gnädig deinen Knechten!" riefen sie mitEiner Stimme, als Israel stolz aus dem Wagentrat und die Rechte der Tochter vom Vater begehr-te. Dieser gab sie ihm; sie schieden in ihre Gemä-cher, der Sultan mit seinem Hofgesinde in die sei-nen. So lebte Hassan acht fröhliche Tage mitseiner reizenden jungen Gemahlin, versenkt und er-trunken in Ergötzungen von Speise und Trank, vonMusik und Liebe, unbekümmert um den Wagen,den er auf der Terrasse gelassen und was aus ihmgeworden.