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VIII, Ueber den Werth
lehrreich würden, und ein Ganzes zu Standebrachten, das das Stückwerk der bürgerlichen Ge-schichte uns selten darstellt. Es war eine Zeit, dadiese Geschicht - Romane sehr im Gebrauch wa-ren; allein eine beßre Zeit hat auch hier dieWahrheit von der lehrreichen Lüge gesondert. Wererdichten will, dichte ganz: wer Geschichte schrei-ben will, habe das Herz, die Wahrheit nackt zuzeigen.
Denn was wäre cs endlich, was das Ehro-nologische der Geschichte zur Bildung des Herzensbentrüge? Gewinnet eine edle Thal irgend etwasBelehrendes dadurch, wenn ich weiß, daß siePhilippus in Macedonicn und kein andrer gethanhabe? Der Chronolog zahle seine Jahre, derKritiker berichtige seine Dokumente, der Politikerstelle sie in Zusammenhang seiner Welthandel, undder Philosoph forsche ihrer allgemeinen Verbindungnach, dem Moralisten sind Fakta nur Fakta, Be-gebenheiten nur Begebenheiten. Er sondert sie ausund erzählt sie, wie man eine Fabel oder ein Mahr-chen erzählt, damit sie eine unterrichtende Lehre an-schauliche machen, als menschliche Beyspiele. Wennseine Geschichte, ganz außer der Zeit, in einem er-dichteten Lande sich zutrüge; und sie ist menschlichwahr, unterrichtend, anschaulich, rührend: desto bes-ser für ihn! desto reiner ist die Wirkung seiner Ge-schichte.
Daß nun unter diesen moralischen Begeben-heiten, sie mögen wahr oder erdichtet seyn, die