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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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315
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morgcnländischer Erzählungen. 3ik

solche liefert. Du unsre Geschichte aber sich meisten-theils mit ganz andern Thatcn ganz anderer Men-schen beschäftigt, als die zum Unterricht der Ju-gend dienen, da sie, der hergebrachten Gewohnheitnach, am weitläuftigsten ist, Thaten der Könige zubeschreiben, die sie selbst niemals gethan haben,oder ihre Feldzüge und Eroberungen zu schildern,die für die Jugend selten ein erbauliches Vild sind,da ihre Begebenheiten entweder so sehr an die Fa-beln gränzcn, daß es einer Offenbarung bedürfte,in jedem Fall die Wahrheit von der Lüge zu schei-den, oder in ihr endlich alles mit seinen politischenRücksichten so verwebt ist, daß cs einer herkulischenMübe brauchte, aus dieser dunkeln Tiefe Gold zufinden: so stehet sich der Unterricht der Menschenleider! auch hier meistens der eignen Compo-sition überlassen, wie er die Geschichte stellen undwenden will, damit sie zur Bildung des Geistesund Herzens nur einigermaßen einiges Gute ent-halte.

Man hak sich also auf allerley Art zu helfengesucht, um aus der großen Menge dessen, wasin der Geschichte für die Jugend unverständlich oderwenig erbaulich wäre, Gutes zu sammlen und zubereiten. Plutacche haben Lebensbeschreibun-gen herausgesucht und schon Tcnophon hat,auf Sokrates Wink, kein Bedenken getragen, dasLeben seines Eprus zu einer Exropädie zu verschö-nen. Ja wem sind nicht durch alle Zeitalter dievielen Geschichten' bekannt, die nur deswegen sichmit der Fabel mischten, damit sie doch wenigstens