VIII. lieber den Wcrlh
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wage es zu sagen, die edelsten eigentlichen Lehrenfür die menschliche Tugend können es gar nicht. Er-fahrungssatze und Regeln der Klugheit, wie z. B.der Stärkere den Schwachem unterdrückt, der Schwä-chere sich durch Klugheit und List vcrtheidigt unddergleichen, finden im Reich der Fabel eine Mengeder lchrendsten Bevspiele; wahre Großmuth aber,eine Tugend, die wählt, sich selbst bestimmt undLeidenschaften überwindet, liegt, wie jedermannweiß, eigentlich gar nicht im Charakter der Thiere.Also müßte die Denkart dieser erhöhet, ihre Sittenmüßten völlig humanisict werden, wenn sie derglei-chen Lebren anschaubar machen sollen; dann aberist» leicht begreiflich, daß, je menschlicher die Fabel aufdiese Weise wird, desto mehr ihr Reiz und ihre ein-dringbnde Kraft selbst verschwinde. Nur auf derEinfalt, ja gleichsam auf der naturhistorischen Wahr-heit des vorgestelltcn Beyspiels beruhet diese. DerFuchs, der Löwe, der Tiger spricht nicht mehr über-redend für mich, sobald er nicht mehr in seinemCharakter spricht und handelt. Es ist der verkleideteMoralist, der, ohne damit tauschen zu können, dieGestalt des Thiers annimmt und besser thate, wenner die Lehre, die mir kein Thier sagen kann, aufeine bessere Weise als Mensch sagte. Der Menschist des Menschen erster und vorzüglichster Lehrer,und da dieser ihn abermals mehr durch sein Bey-spiel als durch seine Worte unterrichten kann: soentstehet die Frage: „woher sind die unterrichtrndstcnBeyspiele des Menschen zu nehmen?" Ohne Zwei-fel aus der Geschichte, wird man sagen; aber auchhinzusetzen müssen, wenn die gewöhnliche Geschichte