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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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313
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morgenlandischer Erzählungen. 3r3

sie also: denn sowohl im Orient, nls bey allen auchnur halb gebildeten Völkern der Erde hat der mensch-liche Verstand diese angenehme Hülle, unter der erselbst zu Begriffen gelangte, werthgehalten und ge-brauchet. Nur weil die Griechen der äsopischen Fa-bel den wissenschaftlichen Umriß gaben, und weil wiraus ihrer Hand eine gute Anzahl solcher Dichtungenempfingen, die Aesops Namen tragen, hat die ganzeGattung sich unter diesen Namen gezogen, statt des-sen man eben sowohl Orientalische, Lock-mannische oder Pilpaische Fabeln sagenkonnte.

Und allerdings hat diese Einkleidung insonder-heit für Kinder einen großen Reiz. Indem sie Ge-genstände der Natur, insonderheit Thiece, sprechenund handeln sehen, wird ihr Hang zum Neuen undWunderbaren aufgeregt, und mit einer oft unerwar-teten nützlichen Lehre sehr angenehm befriedigt. Sieempfangen Unterricht von Lehrern, deren Zurechtwei-sung sie gern annehmcn, und je mehr kleine Zügevon Sitten der Thiere und ihrer Lebensweise in dieFabel verflochten werden, desto mehr wird dieseein Blatt aus der lehrenden Naturge-setz i c h te.

Indessen ists auch bey dieser, wie bey allendichterischen Einkleidungen, sichtbar, daß sie ihreengen Grenzen und einen sehr beschränkten Spiel-raum habe. Nicht jede Lehre, die für die Jugendgehört, kann einem Thier in den Mund gelegt oderin seiner Handlungsweise ausgedrückt werden; ja ich