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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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und Excmpel der Tage. 293

in den Garten; der Mergenthau durchdrang seinKleid, und als er in der gewöhnlichen Stunde mitandern im Dienst vor den König trat, bemerkte esder König.Woher bist Du, fragte er, so naß undtriefend?"

Prinz, antwortete er, ich komme eben ausdem Garten, wo ich etwas Sonderbares gesehenhabe. Eine Heuschrecke saß auf dem Baum, die,als sie sich am Morgcnthau erlabt hatte, fröhlichihren Gesang ansiimnue. Hinter ihr saß ein Heu-schreckcnfresscr, den sie nicht sah; hatte sie ihn ge-sehen, sie würde so ruhig nicht gesungen haben. Ichaber sah den Heuschreckensreffer; verstohlen schlich erherbey, la.uerte auf sie, und glaubte sie schon eriapptzu haben. Er sah den über ihm schwebenden gelbenVogel nicht, der auf ihn Jagd machte; ich aber sahden Vogel. Schon laugte er seinen Hals, den Heu-schreckensreffer zu verschlingen, und sah mich nicht,der unter dem Baum stand und eben den Pfeilauf ihn abdrücken wollte. Indem ich dies Allessah, dacht- ich bey mir selbst:ihr armen Thicre!Alle beschäftigt mit der nahen Beute, glaubt ihrderselben schon gewiß zu seyn, und seht die Gefahrnicht, die über euch schwebet. Sähet ihr sie; ihrvergäßet der Beute, und eiltet, euch selbst zu rettenund euer Leben."

Ich weiß, was Du sagen willst, sprach derKönig. Man lasse das Reich King in Ruhe; wirhaben mit uns zu thun."