2Ü3 VII. Das Buch dcr gerechten Mitte
Er reifete weiter, aus dem Königreich Tsn insKönigreich Tfai, und kam an einen Strom. Ineiniger Ferne snh er zwey Feldarbciter; zu denenschickte er seinen Schüler Tsu - ln, um sich nacheiner Furt durch den Strom zu erkundigen. Scham-Tsu (so hieß der Eine) fragte: „wer der Mann imWagen sey?" und als er Kung-Tse nennen hörte,sprach , er: „Der fragt mich? Hat er den Fluß nichtschon genug hin und her erprobet?" Ec trieb seineOchsen an und zeigte ihm die Furt nicht.
' Tsu-lu ging zum andern. Kie-Nie (so hießer) als er den Namen Kung-Tse hörte, hielt erden Pflug still und sprach zu Tsu-lu: „Freund,wenn ich unsre Zeiten und Sitten betrachte, so dün-ken sie mir ein hcrabstnrzendcr Strom, den niemandhemmen mag; je tiefer hinab, desto reißender wirder und starker. Euer Lehrer reis't hin und her,Staatsübeln zu steurcn, statt dcr Verwirrung Ord-nung herbepzuführcn und eine gute Regierung; ver-gebens mühet er sich. Die Zeiten werden arger undarger. Und Ihr, was ziehet Ihr mit ihm? ThatctIhr nicht besser, zu mir zu kommen, der ich michEhren und Würden entzog, und hier mein Feldpflüge." Er trieb seine Ochsen an und zeigte ihmdie Furt nicht.
Tsu-lu ging zum Wagen zurück, wiederholteseinem Lehrer, was diese beyden Ackerleute gesagthatten: „Wie? (sprach Kung-Tse seufzend) istsso weit, daß der Mensch, statt mit Menschen, mit
Ochsen.