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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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und Exempel der Tage.

leicht war, schwamm er auf der Oberfläche des Was-sers, kein Tropfe kam in ihn.Leeret ihn ans,sprach Kung-Lsce zu den Nächsten, die um ihnstanden." Ausleeren? sagten diese; er ist leer!,,

Also, fuhr Kung-Tsee fort, muß man esauf eine andre Art angreifen, wenn man in diesemGefäß Wasser aus dem Brunnen haben will." MitMacht ließ er ihn von der Hohe hinab in den Brun-nen werfen. Der Eimer füllte sich und ging unter.Wo ist er?" sprach Kung-Tsee und sah in dieTiefe, als ob er ihn mit den Augen suchte.Ver-gebens suchst du ihn, rief man ihm zu; der Brunnist tief, er liegt am dunkeln Boden."

Da zog Kung-Tsee den binsenen Eimer em-por, leerte ihn und sprach:Jetzt will ich die wahreArt zeigen, diesen Eimer zu füllen und zu gebrau-chen." Langsam, doch kräftig ließ er ihn am Seil,woran er hing, nieder; im Gleichgewicht schwebte derEimer hass über halb unter dem Wasser, und fülletesich zur Hälfte.Seht, sprach er zu den Umstehen-den, das Bild einer guten Regierung und überhauptdes Glücks in allen Dingen. Ein Fürst, der dieGeschäfte zu weich angreift, bringt keines zu Stande;eine Obrigkeit, ein Hausvater, der seine Untergebnenach Belieben schalten und walten laßt sie sindder obenhin schwimmende Eimer, in dem kein TropfeWassers war."

Dagegen. Ucbereilt und übertreibt man alleGeschäfte; handelt man leidenschaftlich, im Zorn oderin andern Affekten, so wirkt man fccylich mächtig,gewiß aber auch verderblich. Das war der Eimer,