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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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284 VII. Das Buch der gerechten Mitte'

nicht gefragt hättet? Ihr hattet mir vielleicht gar einewichtige Materie, eine schwere Aufgabe Schuld gegeben,die mein Inneres beschäftigte? So geht cs bey tausendWermuthungen im Laufe des Lebens. Trauet ihnen nieblind, schreibt keiner Zerstreuung, keiner gedanken-vollen Miene zu viel zu, die vielleicht auch nur andie Katze und Maus denket. In allen Vcrmu-thungen aber, die euch, vielleicht vergebens, ängsti-gen, grübelt nicht für euch selbst, sondern wo esscyn darf, fraget."

Dev Eimer.

Auf dem großen Platz, worauf uralters derKaiser der Tscheu's mit feinen Großen über dieWohlfahrt des Reichs rathschlagete, war in der Mitteein Brunn, und neben dem Thron stand ein Eimer.Als Kung-Tsee diesen alten Reichspallast durch-ging, fragte er den Mandarin, der ihm seine Denk-würdigkeiten erklären sollte, um die Bedeutung desEimers.Der Eimer heißt B, sprach der unwis-send-stolze Mandarin, d. i. Werkzeug der Verzei-hung. Verzeihen soll der Sohn des Himmels, derKaiser; dies ist seine erste Tugend."

Kung-Tsee, lächelnd über die Auslegungsowohl als über die Staats - und Sittenlehre, tratzum Brunnen mit dem Eimer. Sanft ließ er ihnhinab, und da der von Binsen geflochtene Eimer