und Ercmpcl der Tage. 277
„Das Alles stellte sich meiner Seele in letzterNacht so schwarz dar. „Wie? sprach ich zu mir,Du wolltest ein Weiser seyn und andre zur Weis-heit führen; Du glaubtest dich über die Pflichtengemeiner Menschen erhoben, und warst weder einguter Sohn, noch ein guter Unterthan: denn Duhast nichts gcthan, weder für deine Eltern, nochfür deinen Fürsten, noch für dein Vaterland, nochfür die Gesellschaft. Kein guter Vater warst Dusogar, da Du die Erziehung deines Sohnes vernach-lässigtest und ihn zum schlechten Menschen machtest."— Dies Alles sagte ich mir, haßte mein Leben,und begab mich an diesen einsamen Ort. Laß michsterben."
„Freund, sprach Tung-Tsce, nicht also.Das größte Nebel des Lebens ist, am Leben zu ver-zweifeln; der Schade ersetzt sich nie. Vom er-sten Fußtritt an in luin Leben hast du dich verir-ret; Du wolltest ein Weiser werden, eh'Du ein Mensch warst. Die nächstenPflichten um dich mußtest Du erfüllen, che Du indie entfernteren tratest; daher alle dein Unglück."
„Jndcß, mein Freund, halte nicht Alles vec>lohren. Ein heiliger Spruch ist allen Lebenden indie Brust geschrieben, und hat sich durch alle Jahr-hunderte bewahret; an ihn glaube! „So langeman lebt, muß manannichtsvcrzwci-feln!" Auf, Freund! Traurigkeit verwandelt sichin Freude. Kehre zurück ins Leben und kenne vonjetzt an seinen Werth. Nutze jeden Augenblick des-selben und Du wirst, belehrt durch deine eigenenFehler, weise und glücklich werden."