2^6 VII. Das Buch der gerechten Mitte
Baume sitzend, sich selbst entleiben wollte. Er stieghinab vom Wagen und redete ihn freundlich an,„Sohn des Unglücks, sprach er, entdecke mir, wasdich quälet; vielleicht kann ich dir Helsen. OhneZweifel erlittest du viel Gram." —
„Biel Gram, antwortete der Verzweifelndeund sah ihn zuerst stumm an. Deinem Mitleidwill ich ihn erzählen und dann — sterben.
„Von meiner Jugend an studierte ich; dannwollte ich reisen. Ich reifete, verließ mein väterli-ches Haus, irrcte alle Königreiche zwischen den vierMeeren durch, kam zurück; da starb mein Vater,da starb meine Mutter, für die ich nichts gethanhatte. — Erster Gram."
„Auf meinen Reisen hatte ich gesucht, Weis-heit zu erlangen, Menschen erkennen zu lernen. Ichglaubte, ich wäre so weit, mich und andre zu füh-ren. Als die Zeit der Trauer vorbey war, reifeteich, bot dem Könige von Tsi meine Dienste an;und er verschmahete sie; er wollte mich sogar nichtanhvren. — Awcytcr Gram."
„Ich hatte Freunde in meinem Vatcrlandeund in der Fremde; ich glaubte, daß ich mich aufsie verlassen könnte. Verschmäht vom Königewandte ich mich zu ihnen, und fand Key ihnen, stattmitleidiger Freundschaft, Gleichgültigkeit und Ver-achtung. — Dritter Gram."
„Endlich der grausamste von allen. Ich hatteeinen Sohn, die erste Frucht meiner jugendlichenEhe; und dieser Sohn, statt seine kindliche Pflich-ten gegen mich zu erfüllen, irrt in der Welt um-her, spricht, daß er weder Vater noch Mutterhabe. " —