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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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263
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V7. Ucbcr ein morgenlandisches Drama. 263

also auch das gekannt, was Aristoteles den gewürztenAusdruck (Ao^ou r^uo-z/sr-on) des Drama nennt,wozu bey den Griechen Rhythmus, Harmonie, Ge-sang gehörte; denn wie sehr dies Drama im Aus-druck gewürzt sey, werden Sie in der Vorrede zuihm bemerkt haben. Doch mein Brief wird jafast langer, als Aristoteles Poetik selbst ist. HieltenSie es nicht auch, m. Fr., in mehreren Rücksichtenbeynahe nothwcndig, daß Sakontala nicht das ein-zige übersetzte indische Schauspiel bleibe? HabenSie eine Stimme, die so weit gelangt, so wendenSie das Beste an, das Sie vermögen.

Noch lege ich meinem langen Briefe ein paarKleinigkeiten bey, die sich zur Sakontala zwar nurwie einzelne Blüthen zum vollen Amca-Baum oderzur Madhawi-Pflanze verhalten; indessen belebet siedoch alte der Geist Eines Klima.

Kama's Erscheinung*).

lieber den Wolken schwebte, von Flügeln der Weste ge-tragen,

Dessen Wagen, dem rings Alles auf Erden gehorcht.

Und leichtfertig lachte der Gott des murmelnden Meeres,

Dem er mit Einem Wink Fluthen und Ruhe gebeut.

Ihn zu beschatten stieg aus glänzenden Wellen der Mond

auf;

Und die Nachtigall sang ihm ein Willkommendes Lied.

Goldene Bienen flogen voran, die Boten der Liebe;

Jungfraun, schmachtenden Blicks, scherzten und buhl-ten um ihn.

*) Kama, der Gott der Liebe.