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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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26u VI. Uebcr ein morgenlandischcs Drama.

einen entgegengesetzten Glückswechsel der Tugcnd-und Lasterhaften enden, sind minder schön, und csist nur der Schwachheit der Zuschauer zuzuschreiben,wenn man ihnen den ersten Platz zueignetdennnicht fürs Trauer- sondern fürs Lustspiel, meynt er,schicke es sich, daß die ärgsten Feinde zuletzt alSFreunde auseinander gehen. Desgleichen ist er sehrdagegen, daß man das Drama zu einer Epopee ver-längere, oder eine Epope.e mit ihren Episoden aufdie Bühne bringe, u. f.

Die Ursache, warum Aristoteles so strenge ab-schloß, erhellet von selbst: denn mit dieser Verlän-gerung und Vermischung des Drama ging nothwcndigdie Scharfe seines ganzen Kunftbegriffsverloren. Die verlängerte Senne erschlaffte, das zumEpos erweiterte Drama konnte nicht mehr so unver-wandt auf jene Leidenschaften der Furcht und desMitleids, oder beym Lustspiel aufs Lächerliche aus-gehn , es mischten sich viele und vielerlei, Empfin-dungen durcheinander, und zuletzt artete alles in jeneschlaffe philantropjfche Mitempfindung, oder in jenekalte Passivität der Unterhaltung aus, die eigentlicheine Pest der dramatischen Kunst ist. Es wäre viel zuneitläustig, hier untersuchen zu wollen, wiefern die-ses bcy allen Nationen cingetroffen ftp, die statt derTrauer- und Lustspiele Mährchen, Gemälde des bür-gerlichen Lebens, oder Abentheuer auf der Bühnegeliebt haben, und noch lieben. Ohne Zweifel wardie Bühne nur ein Nachklang ihrer Empsindungs-und Denkweise auch außer dem Theater; ihre Dich-ter gingen der Geschichte, der leichteren Unterhaltungnach, und das wahre dramatische Kunstgefühl deCGriechen blieb manchem Volk ganz fremde. W?l-