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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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257
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VI. Ucber ein morgenländisches Drama. 267

schenkunft der Götter nie-und nimmer abbüßen würde.Lesen Sie, was Aristoteles von solchen Scenen (Kap.14.) sagt, und Sie werden die Wirkung des Wun-derbaren hier sehr dramatisch finden. Es ist einKnote, der Auflösung eines Gottes werth, weil Göt-ter ihn selbst geknüpft haben: Sakontala wird ent-rückt, (wir wissen nicht wohin ?) aber wir sahen fürsie keinen andern Ausweg. Auch ists der Götterwerth, daß Duschnranta, nachdem er unter demRausche ihrer Verblendung so lange gelitten hatte,durch sie aus der tiefsten Tiefe cmporgezogen werde.

Ihnen, m. Fr., hat die Scene unwürdig gedün-kct, in welcher Matali unsichtbar den Freund desKönigs peinigt; aber wer ist dieser Freund deS Kö-niges, dieser weise Bramane? Doch immer ein hal-ber, nur ein feinerer Hofnarr, als einst die Hofbe-amtcn dieser Art in Europa waren. Dem Königesagt er zuweilen die Wahrheit, gerade hier aber sagteer sie ihm nicht, als dieser, nach dem gewöhnlichenLauf der Dinge, die größeste Ungerechtigkeit beging,und die Sakontala verläugnete. Mohawya war mitim Walde gewesen, und Er stand nicht unter demZauber der Verblendung. Hinter dem, was der Kö-nig gelitten hat, dünkte michs also die billigste Strafe,daß sein Freund auch etwas leide und für seinSchweigen jetzt aus den Lüften seine Stimme erbebe.Da überdem die Thätigkeit des Königes, der seinemFreunde beyspringt, zuerst durch diesen Aufruf ge-weckt wird, bis sie ibre höhere Bestimmung findet;so steht auch als Uebergang dieser lustige Auftritt sehran Ort und Stelle. Das Drama verfolgt seineHandlung und die darin verflochtenen Charaktere, wses sie findet, und in allen Nüancen: Wald und Hof,Herders W. z. sch. Ljt, u. Kunst. IX. R Lumen/«,«.