254 Ucbcr ein morgenlaudisches Drama.
len, zur Täuschung. Auch die Griechen konnten des-sen nicht entbehren, und Aristoteles selbst hnt des-halb ausdrücklich ein Gebot gesteilet l „In der Tra-gödie muß man das Wunderbare gebrauchen: denn
das Wunderbare ist süß, obwohl das Unvernünftige(d. i. was nicht klar aus der Vernunft folgt) eigent-lich der Epopee gehöret;" da denn alles zuletzt theilsauf die Materie, theils auf die Macht des Dichters,theils auf die Nation und das Zeitalter ankommt,für welche das Drama spielet. Was Einem Volk,Einer Zeit unglaublich ist, ists der andern nicht, beywelcher sodann das Wunderbare vielmehr die Seelen-kraftc der Zuschaucnden erhöhet, ihre Aufmerksamkeitstärkt und ihr Vergnügen, wie ein berauschender Göt-tertrank , bis zum höchsten Grade vollendet. Soscheint es mir mit diesem und vielleicht mit mehrerenindischen Stücken gewesen zu seyn, weil die Hindu'sin diesem Element lebten. Ihr König, der Stamm-vater aller Könige ihres Reichs, (des ersten Reichesder Erde in ihrer Meynung,) reichet dicht an dieRegion der Götter, auch die Stammmutter derselbenmußte also daher entsprungen seyn, und nur der ent-scheidende Ring des Schicksals konnte sie deiche ver-mahlt haben. In dieser Region ward das Wunder-barste natürlich.
Wollen Sie sich, m. Fr., hievon überzeugen,so lesen Sie nur wenige Seiten im Bagavadam.Auf allen Blattern desselben sind Geister und Men-schen , Götter und Könige nur Ein Reich, EineSchöpfung; insonderheit gelten die Gebete und Ver-wünschungen der Einsiedler und Weisen als unwi-