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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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VI. Uebec ein morgenlandisches Drama. 253

geseh seiner vorstcllenden Künste, die Nachahmung,nur deshalb so angenehm,weil nicht nur die Welt-preisen , sondern auch andre Menschen gerne lernen,gern ihre Erkenntnis! vermehren." Je zusammen-hängender und natürlicher sich nun Begebenheiten,Charaktere und Leidenschaften entwickeln, desto reiche-ren und reineren Stoff der Erkenntniß gewahret dasDrama; daher er auch seinem Trauerspiel den phi-losophischen Endzweck geben konnte,durch Furchtund Mitleid eine Reinigung der Leidenschaften zu be-wirken." Ein so hohes Ziel hatte das indische Dramanicht.Wozu eine lange Rede?" sagt der Theater-Direktor, als Prologus der Sakontala;wenn Siemit Ihrem Putz fertig sind, Madame, so beliebenSic nur zum Vorschein zu kommen. Insofernein erleuchtetes Publikum von unfern theatralischenTalenten Vergnügen empfangt und aus-drückt, insofern und nicht weiter fetze ich aufdiese Talente einen Werth." Die Schauspieleringibt ihm Recht: sie setzt die Seele der Zuschauerdurch Gesang in die Stimmung, die fürs Theatergehöret, und der entscheidende Ring fängt vordem Beschützer aller frohen Künste' und seiner erlese-nen Versammlung an zu spielen. So unaristotelischdies vom Theaterdirektor gedacht scheinet: so hat csdennoch seine wahre Seite. Vergnügen ist immerder nächste Zweck aller frohen Künste, und dasunentbehrliche Mittel zu jedem höheren Endzweck.Gefallt ein Stück nicht, unterhalt cs nicht durchausunsre Seelcnkräfte: so mag man in ihm weder ler-nen , noch seine Leidenschaften reinigen. Nun hataber insonderheit das Wunderbare Key jedemVolk sein eigenes Maas als Ingrediens zum Gefal-