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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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25 a VI. lieber ein morgcnlandisches Drama.

cs sein Maas, seine Größe in sich. Sakontala istein solches Ganze, das keinen Thcil zu viel oderzu wenig hat, und den Indiern, die daran Interessefanden, gewiß übersehbar, ja im höchsten Grade be-friedigend sevn mußte. Die Fabel rollet sich aufseigenste ab; höchst einfach, ohne Episoden fortge-führt, lasset sie sich Zeit, und doch eilt sie mit >e-dcm Wort, mit jedem neuen Bcgegniß zu Ende.

Nicht andre Dewandniß scheints mit dem an-dern Theil der Aristotelischen Erklärung des Trauer-spiels zu haben, in Scencn, welche dahin gehören:denn wenn dies Drama durch Mi kleiden undFurcht wirken soll; kann cs eine zartere, und zu-gleich lebhaftere Theilnehmung geben, als die wirgegen Sakontala in allen ihren Begegnissen fühlen?Aber auch gegen Duschmanta? Hier, m. Fr., ver-wirret sich der Faden der Theorie, den wir nicht zer-reissen, sondern gemach entwickeln wollen: denn ebendadurch wird vielleicht der Unterschied des Orientsund Griechenlands sichtbar.

Duschmanta hat den Wald, und in ihm seinegeliebte Sakontala verlassen, ohne die er nicht lebenzu können glaubt, die er als seine Vermahlte in we-nigen Tagen abzuholen versprochen. Er holet sienicht; ein böser Fluch ist auf sie gefallen, daß ihrGemahl sie vergessen, daß er sie nicht anerkennenwerde, bis er den ihr zurückgelassenen Ring erblickt;und unglücklicher Weise musste sie auch diesen verlie-ren. Sakontala weiß von diesem Verhängnisse nichts;Duschmanta eben so wenig; beyde leiden also unver-schuldet. Glauben wir dieses nun ganz und rein,