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2^8 VI. Uihcr ein morgcnländischcs Drama.
war cs mir, weil doch Eins dieser Theater vom an-dern qeborgt hat und alle mehr oder minder in Be-kanntschaft mit einander gewesen, sehr angenehm,ein in seiner Art vollkommenes Stück eines ganzfremden Theaters zu erblicken', um dasselbe demNegelmaas des Aristoteles zu »aber». Je mehrerefreyc Punkte der Vergleichung wir haben, desto leich-ter wird uns die Anflößung der Frage: „was inAristoteles Dichtkunst blos Lokal-Geschmack oder all-gemeines, ewiges Gesetz sey?" ein Problem, das,wie ich glaube, noch nie rein aufgelösct worden.Denn ob Lessing gleich seinen Aristoteles gegendie Anmassungen mehrerer französischen Kritiker undDichter in Schutz genommen, und die Rechlmäßig-keit seiner Forderungen gründlich gerettet hat: so istsolches doch, meines Wissens, gegen andre dramati-sche Dichter, z. B. der Engländer und Spanier,noch nicht geschehen, und doch bin ich überzeugt,daß Key jeder scharfen Zusammenballung und Prü-fung die Wahrheit, aus,welcher Seite sie auch liege,ansehnlich gewinnen würde. Versuchen wirs alsomit unsrem Indier!
„Wie aber? Aristoteles Regeln betreffen keinDrama überhaupt, sondern nur seine Gattungen,das Trauer- und Lustspiel?" Dies kann uns nichthindern; lassen Sie uns das Wesentliche bepdcr Gat-tungen betrachten, und cs wird sich der Hauptbe-griff schon finden.
Das Trauerspiel ist dem griechischen Welt-treffen die Nachahmung einer ernsthaf-ten, vollständigen, eine Größe haben-den Hnndluhg. die n i e b t v cr m i t t e l st d cr