246 VI. Ueber ein morgenländisches Drama.
wünschen, daß statt ihrer unendlichen ReligionSbü-cher der Weda's, Upaweda's, Upanga's u. st manuns mit nützlichen! und angenehmen! Schriften derIndier, vor allen mit ihren besten Poesien injeder Art beschenke? Diese machen uns den Geistund Charakter des Volks am meisten lebendig, wieich denn gern bekenne, aus der einzigen Sakontalamehr wahre und lebendige Begriffe von der Denkartder Indier erlangt zu haben, als aus allen ihrenUpnckatS und Vagawedams. Freylich müßten auSihren Ungeheuern epischen Gedichten nur Stücke ge-zogen werden, aus ihrer Sammlung von Poesienfür die niedern Stämme (Saitia oder Kawija-Sastra)nicht minder i denn warum wollten wir uns nichtgerne zur niedern Kniffe der Sudra's gesellen, wenndie Schriften, die sie auch über Theile der Natur-wissenschaft und das bürgerliche Leben besitzen, lebr-reicher und unterhaltender sind, als die ewigen Büs-sungslehrcn und Göttergeschichten der Bramanen?Die leichten Poesien der Indier lobt Herr Jonesscbr, gewiß ein gültiger Richter; so auch ihr seinesSystem der Musik und vieles andre. Die ältestenund schönsten Fabeln sind bekanntermaßen indischenUrsprungs, und der feine Mahcchengcist des Volkszeigt sich in seiner Mythologie gnugsani. Danebenist die metaphysische und moralische Spekulation Keyihnen bis zum höchsten Grade getrieben, so daß,wenn jedes dieser Felder mit gehöriger Oekonomieund einer fortgchenden Rücksicht, was für uns Eu-ropäer merkwürdig und interessant sev, bearbeitetwürde, eine Ernte vielleicht ganz unerwartttec Pro-dukte zu hoffen wäre. Sehr ungern las ichs also,daß Herr Jones, außer dem Gesetzbuch des Menu,