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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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VI. Ucber ein morgenlandischcs Drama. 2gn

selbst, die im höchsten Grobe englisch ist, zeiget.Wo finden Sie nun in der Sakontala den englischenSchnitt, den sonst diese Nation nie verlaugnet?Sie führen die Scene der Fischer, die den Ringbringen, und den lustigen Mokawpa an, und nen-nen sie shakespearisch; aber was ist shakespearisch?Ist es die Natur selbst; so fhakespearisiret diese inIndien sowohl, als in England, so daß ich geradeim Gcgcmheil diese Scenen im höchsten Grade in-disch nennen möchte. Nichts überhaupt, m. Fr.,verführt mehr als dergleichen Zweifele!), wir mögensie bei) Griechen, Römern oder Indiern anbringen;sic verstopft den Geist und giebt dem Geschmack zu-letzt eine falsche, kleinliche Richtung.

Um hierüber auf einmal in den Glanz desMittages zu treten, müssen Sie die anderweit bc-kanntgemachten urkundlichen Schriften der Zndier,oder wenigstens die unzweifelhaften Nachrichten vondiesen Schriften lesen, worüber ich Ihnen am Ran-de nur Eine Abhandlung bemerke *). Wenn Siediesen ungeheuren Vorrath indischer Literatur zu Bil-dung der Sprache sowohl als zum Anbau der ver-schiedensten Zweige des menschlichen Wissens mit Er-staunen bemerken, wird cs Ihnen unerhört scheinen,daß ein so büche-reiches Volk auch Schauspiele ge-habt habe? W.rden Sie nicht vielmehr mit mir

*) On tiie I^i-terstiiro ok tlio üinclnns, ln dens^sin!. izessurcheL Vol. I. p. ggo. seg. Diedänischen Missionsberichre, und viele Reisendebestätigen diese Anzeige in einzelnen Dalis.