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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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243
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VI. lieber ein morgenländischcs Drama. 243

Führen Sic mir nicht den Macpherson mit sei-nem Ossi an, oder den unglücklichen Ehattertonmit seinem Rvwley an; Dinge, die keine Ver-gleichung leiden. Macpherson hat seinen Os-sian nicht erfunden, und dem Nowley des kühnenJünglings sähe man seinen Ursprung eben so leichtan, alS man ihn mancher mvrgenlandnchen Geschich-te ansichct, die uns die englischen Wochenblätter alSEinkleidung vortrugen. Wer aber, mit indischer Ge-nauigkeit und bedeutungsvoller Zartheit, eine Sakon-tala erdichten konnte, der wäre mir der große Apol-lo, oder der indische Kristnu selbst in wiedererschei-nender Wunderschvnheit. Das Fremde selbst in demStück ein Siegel der Aechtheit;wunderbar, unglaub-lich sogar, sagte jener Kirchenvater, aber eben deß-halb ists wahr."

Unglaublich, schreibe ich; aber nur dem Mythi-schen Inhalt nach unglaublich; was die Aechtheitdes Stückes betrifft, ist nichts glaubwürdiger, als dieAct, wie es zu uns gelanget. Lesen Sie nochmalsdie Vorrede Jones, und bemerken, wie unschuldiger nur zur Nachfrage nach indischen Schauspielen,die er selbst nicht zu finden glaubte, gekommen sey.Sehen Sie die Rechenschaft an, die er von seinerUcberfttzung gicbt,wie er dies Stück zuerst Wortfür Wort ins Lateinische gebracht, wie er es dar-auf wieder wörtlich ins Englische übersetzt, und zu-letzt, ohne irgend einen wesentlichen Ausdruck ab-odcr hinzuzuthun, seiner Uebersetzung nur die fcemd-artige Steifigkeit benommen und die Arbeit fürdas Publikum als ein authentisches Bild der altenHinduischcn Sitten vollendet habe." Nun ist ja

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