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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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VI. Ueber ein mvrg^nlandischcs Drama. 23 )

Und zugleich allenthalben das Wunderbare höchstnatürlich. Alles ist in der indischen Natur belebt;hier sprechen und fühlen Pflanzen, Baume, die ganzeSchöpfung ist Erscheinung, des und desGottes, in dieser und jener Verwandlung. Nahund fern wirken Geister auf Geister; die sie umge-benden , darstellenden Hüllen und Formen sindMaja, eine liebliche Täuschung. In dieser Vor-stellungsart , in der alles sich so leise und zart be-rühret, kann mit Beybchaltung ewiger Urformenalles aus allem werden. Ein wechselndes Spiel fürdie Sinne wird das große Drama der Welt; derinnere Sinn, der es am tiefsten, innigsten genießt,ist Ruhe der Seele, Götter fr jede.

Sehr zu wünschen wäre cs also, wenn mehreredramatische Stücke der Indier, von Kalidas undanderen Dichtern, treu übersetzt würden: ja es istzu verwundern, daß, statt anderer weniger nutzbarenBemühungen, dies noch nicht geschehen, da W- Jo-nes in seiner Vorrede zur Sakontala, und FraPaolino da San Bartolomeo in seiner Reisenach Ostindien*), deren eine Reihe anführen, sol-ches nicht schon geschehen sey. Begierig schlug ichin W. Jones Werken**) den Titel auf:die

*) Fra Paolina da San Bartolomeo Reisenach Ostindien, übersetzt von I. R. Förster.Berlin 1798. B. 2. Kap. 2. S. 37b. u. f.

**) Lbe Works ok VV, 3 oues. Vol. 6. p. 481»