insonderheit bey den Morgenländern. 171
im Landpriester von Wakefield z. B., undin einer der lehrreichsten Schriften, die unsere Sprachebesitzt, Lienhard und Gstrtrud ist dieser natür-liche Kunstgriff sehr wohl gebraucht. BenjaminFranklin, ein hochachtungswürdiger Name, batihn in seinen periodischen Blättern und Kalendernfür Nordamerika vortrefflich anzuwenden gewußt undsein einziger Aufsatz: „die Wissenschaft desguten Richards" enthalt einen solchen Schatzvon Lebensregeln, daß man in mancher Rücksichtfast aufs ganze Leben nichts mehr bedürfte. Auchzur Umbildung eines andern Theiles der Nation, derin Vorurtheilen seines Standes, mithin oft in schlech-ten Grundsätzen und Lebensregeln erzogen, nach sol-chen am schädlichsten handelt, sehe ich, wenn dessenUmbildung möglich ist, kein andres Mittel als die-ses: „man kehre die seinigcn gegen ihn selbst, oderbringe ihm bessere Führer seiner Gedanken bey, alsdie sind, nach denen er sonst handelt."
Niemand, der auf sich selbst aufmerksam gewe-sen, auch der gebildetste Mann, wird an der Wirk-samkeit dieser Busenfreunde seiner Denkart zweifeln;vielmehr gehet die ganze Bildung- die Menschen sichselbst oder einander gewähren können, dahin, solcheninnern Rathgebern Sprache, Gehör, Kraft undNachdruck, vor allen aber jene untrügliche Wahrheitzu verschaffen, ohne welche sie schädliche Rathgeberwerden. Welcher moralische Mensch hat nicht beysich bemerkt, daß bey mancher Krise seiner Gedankenihm ein cntschiedncr vortrefflicher Grundsatz, derSpruch und das Beyspiel eines standhaften, gutmü-thigen Mannes ausnehmend zu statten kam , und