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III. Spruch und Bild,
ihm zur stärkenden oder heilenden Arzney, zur Ge-sundheit und Labung diente? Jetzt erhob sich da-durch seine niedergedrückte Seele, sein Fuß trat festeran solchem Stabe einer guten Erinnerung auf, seinSchritt ward freudiger und kühner. Jetzt stählte sichdie Brust gegen die Pfeile des Neides oder der Ver,fühcung, wie durch einen dargcreichten Schild derMinerva ; jetzt sank die auflodcrnde Glut des Hasses,der Ungeduld, der Rache und des Unmuchs schnellnieder, wenn, wie heilige himmlische Tropfen, einigekraftvolle, von uns anerkannte Worte eines Weisen,als eines Engels in Menschengestalt, sie berührten.Dies war das Zaubermittel, wodurch jene alten Hel-den, die Weisen der Vorwelt, auf ihre Schüler undNachfolger Wunderdinge wirkten; je mehr sic wirk-ten , desto kürzer waren ihre Sprüche und Lehren.Zeugnisse davon geben die Pythagoraischc und Stoi-sche Schule, von welchen, insonderheit von der letz-ten, wir noch einen Reichthum der edelsten Saamen-körner besitzen, deren die menschliche Seele undSprache nur fähig seyn kann. Epiktets, Scneka's,Mark-Antonin's und so vieler Anderer Schriften sindSchatzkammern dieser, der vortrefflichsten menschlichenSprüche und Sentenzen; der Geist derselben thciltesich der ganzen Literatur der Alten dergestalt mit,daß Dichter, Redner, Geschichtschreiber, Kunstrichterund Rechtsgelehrte daran Theil nahmen, und sichdadurch jenen grundsatzrcichcn Ausdruckschufen, ohne welchen alle Kunst und Gelehrsamkeitein leerer Schatten bleibet. Man durchgehe dieSprüche, die Stobaus, Erasmus, Lipsius, Grotius,Neander und mehrere aus den Alten gefammlet, unddenke an Sokrates, der, auch zu diesem Zweck, des