insonderheit bey den Morgenländern. »69
und nur ein Thor oder ein Kind sich dieses verber-gen könnte; da vielmehr das Ende eines Schau-spiels , einer Musik und Handlung uns den Schlüs-sel zu ihrer ganzen Aufführung geben muß; werwollte nicht zuweilen auch die Schrift eines schönenGrabmahls lesen? ob man gleich freylich deßhalbnicht immer auf dem Todlenacker wohnen mochte.Auch in diesem Punkt ist Sadi kein trauriger Ra-be, sondern eine Nachtigall, singend der vergängli-chen Rose. Lasset uns hören, wie er sein Werkschließt:
Vollendet ist mein Blumengarten nunMit Gottes Huld. Was ich hineingepflanzt,Gehöret mir; ich stahl es andern nicht.
Rühmlicher stehet uns an ein eignes Kleid, das ergänzt ist,Als ein neues, so wir bettelnd von andern erborgt.Und ob nun Sadi seiner Lehre gleichDie holdanziehendste, die lieblichsteEntkleidung suchte; dennoch wird der StumpfsinnMit kecker Zung' ihn brausend also schmahn:
„Kein Kluger ists, der an so leere Müh„Des Geistes Saft verschwendet, und den Rauch„Der Lampe, Nächte durch, dafür verschlingt."
Ihr Guten und Verständigen, ihr kenntDen Werth der Perlen, die ich hier verband,
Der Lrzeney, die ich mit Honig mischte.
Guten Rath zu ertheilen, verwandt' ich vom eigenen LebenManchen guten Theil; Freund, zur Erinnerung Dir.Willt du folgen, wohlan! Wo nicht, so Hab'ich erinnert:.Sadi wünschet dir Glück; wünsche du Sadi die Ruh.