insonderheit Key de» Morgenlandern. 167
des Tamcrlan u. a. zeiget. Bey Sadi ist dies zwarder Fall nicht häufig; er erzählt so einfach, als Ae-sop und Lockmann seine Geschichte; wo er indessendie Stimme erhebt, mahlt er seine Gleichnisse, seineLehren mit eben so lebhaften Farben. Ob ich nundiese gleich geschwächet genug habe, so bittet er den-noch jedes schwache Auge, das an sanftere Verflös-sungen gewöhnt ist, um Verzeihung; er schrieb nichtfür uns, sondern für Perser. Ist die Einfassungnicht gutz so ändere man sie, und nutze den Edelge-stein seiner Lehre.
Endlich reden die Morgenländer so oft und gernübeF Hinfälligkeit der Welt, über Eitelkeit der Din-ge, Kürze des Lebens, Wechsel des Glücks und derEhre, daß manchem rüstigen Mann oder Jünglingedies eine verderbliche Predigt scheinen könnte. Hierentschuldigt sie ihre Weltgegend, ihre Regicrungs-form, ihre Religion und ganze Verfassung. Gehensie nicht auf den Trümmern der größesten Königrei-che, der reichsten Staaten, der prächtigsten Denkma-le der Vorwelt? und was predigen ihnen diese an-ders, als Nichtigkeit der Dinge, Eitelkeit aller Prachtund Reichthümer der Weltherrschaft? Vom GebirgeKaf an bis zu den Grenzen des Meers, von diesenbis zu den Wüsten Arabiens und der Thebaide se-hen sie Gräber der Könige, Ruinen von Tempel»und Königsstädtcn, bis sich ihr Blick abermals mitPyramiden und Gräbern der Könige endet. DerVerständige, der diese Dinge erblickt, sichet Völkerum sich, jenen so ungleich, die einst diese herrlichenWerke bauten. Sie sind hinunter; ein träges Vvikbewohnt ihre Gräber, und zerstört, vom Joch derArmuth, der Unwissenheit und des Despotismus ge-