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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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III. Spruch und Mld,

losophie, nicht ausgebildet war, immer derselbe Falleintrat, und dasi sich überhaupt die leidenschaftlicheSprache, das os divinum, maAna scmatirrumein viel Mehrcres erlaubt halte, als z. B. der er-zählenden oder der schildernden Poesie zusteht. Auchbey den Griechen, wie schnell lauft Pindar selbstbey seinen Sprüchen aus einem Gleichnis? ins andre!wie kühn setzt er oft die widerwärtigsten Bilder zu-sammen, so daß unsre Sprache, die sich sehr kühneZusammensetzungen erlauben darf, ihm dennoch nichtNachfolgen kann. So ists mit mehreren lyrischenDichtern der Griechen; so mit dem spruchreichenChor ihrer Tragödie, wenn man cs mit der Spracheder handelnden Personen vergleicht; und warum soll-te cs in der Poesie der Morgenländer anders seynmüssen, da sie in Mündung und Composition derBilder Lehrer unsres Geschmacks zu seynnicht begehren? Beym feingebildeten Sadi ist derFall solcher Bilderhäufung viel seltner, als in an-dern, zumal arabischen Dichtern; und doch zweifleich, ob ec, ganz übersetzt, für uns ein durchhinlesbares Buch seyn würde. Eben die Zusammenrei-hung scharfsinniger Gedanken und Sentenzen, diedie Morgenländer als eine Perlenschnur lieben, istuns fremde; wir lösen lieber die Schnur auf undgebrauchen ihre Kleinode einzeln.

Ferner. Der Morgenländer liebt, wie in Klei-dern, so auch in Sprüchen, Helle Farben: seinheiterer Himmel verlangt dieselbe; er kann das Grauund Schwarz nicht ertragen. Auch der Geschichtewebt er also Helle Bilder, z. B. der Nacht,des Morgens, des neuen Jahres, der Pracht, desAufzuges ein, wie die Geschichte des Nadir-Schach,