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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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165
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insonderheit bey den Morgenländern. i65

Was unser Autor so überströmcnd und selbstparabolisch sagt, hat Bako, haben andere Philoso-phen auf ihre Weise behauptet; und es wäre schöngewesen, wenn der gelehrte und sprachcnreiche Com-mentator der asiatischen Dichtkunst, Wilhelm Jo-nes, darauf nähere Rücksicht genommen hätte. Erwürde uns in seiner Gallerie orientalischer Bilder *)jedesmal im Zusammenhänge gezeigt haben, wie nurder Verstand das Bild prägt, Leidenschaftoder Empfindung dasselbe überträgt, ausmahletoder schnell verlaßt, und sich zu einem andern wen-det. Dies geschieht am Ohio wie am Euphrat, amgelben Strom wie an der Themse; nur allerdingsnicht allenthalben mit gleichem Geschmach, in glei-chem Maas, auf gleiche Weise.

Die Sprache des Morgenlanders, selbst ihremBau und Genius nach, will Kürze; dies Hilst dmSentenzen, den Machtsprüchen des Verstandes undder Leidenschaft, sehr auf; es macht sie zu Blitzen,zu Pfeilen, Eben daher aber muß es auch gesche-hen, daß Pfeil dem Pfeile, Blitz dem Blitze oft zuschnell nachfliegt; da sich denn unsre kühlere Phan-tasie bald an der Widerwärtigkeit, bald am Ueber-maas der Bilder stößt, und Gold auf Silber,Silber auf Gold gesetzt findet. Hier sollten wjrbedenken, daß bey allen Völkern, bey denen dieProse, zumal durch Geschichte, Redekunst und Phi-

*) Bon der Rose und Nachtigall, Nacht und Locke,Morgenröthe und Wangen, Rubin und LippenU. s. f. tüap. V VIII. Lomnieilt. äe xoesi^siat.