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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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160 Hl- Spruch und Bild,

Sn di hörte, ihn nicht von sich lassen wollte. Sadiantwortete ihm mit einer Geschichte, und beehrte sei-nen Abschiedskuß mit einem sehr zarten Spruch aufden Abschiedskuß der Freundschaft *). In seinemwandernden, frcycn Zustande lernte er, wie sein Ro-sen - und Fruchtgarten davon gnugsame Proben giebt,die Sitten aller menschlichen Stande und Lebensalterseiner Gegenden, in Persien, Syrien, Arabien ken-nen. Auch an Höfen hat er gelebt, wie sein erstesMuch zeiget, in dessen herzlicher Zueignung an Abu-Bekr, König in Persien oder in Damaskus, er sichsehr dcmüthig entschuldigt, warum er so selten anseinem Hose erscheine. Kurz, Sadi scheint dieVlüthe der moralischen Poesie für seineSprache, in der er ausserordentlich rein und lieblichgeschrieben haben soll, gebrochen zu haben, wie dennseine Poesie für eine Rose derselben Jahrhundertelang gegolten hat und noch gilt; er tragt also mitRecht, trotz der Unfälle seines Lebens, den Zuna-men des Glücklichen: denn dies bedeutet Sadi.Sein erstes Buch schrieb er im fünf und achzigstenJahr seines Lebens, da gewiß seine Erfahrung reifgeworden war, und soll über hundert Jahre gelebthaben. Seine Landsleute nennen F erdusi ihrenersten heroischen , Enweri, ihren ersten elegischen,Sadi ihren ersten lyrischen Dichter; und obgleichHaphyz, von dessen Gazellen oder Liebesodenwir zu einer anderen Zeit Proben gebeip werden **),

hun-

H S. der Abschied»

**) Das Stück, die Blume des Paradieses ist vonHaphyz.